Digitales Fundament für die Bauindustrie – Digital Forum der Industrie 2020 (Teil 4)

Digitale Transformation

Vier Stunden geballtes Wissen mit 17 Speakern aus drei der führenden deutschen Industriebranchen – das war unser Digital Forum der Industrie 2020. Auch in der letzten Stunde, in der Stunde der Bauindustrie, waren noch zahlreiche Zuschauer dabei. Themen waren Beschaffungsprozesse, BIM (Building Information Modeling) und Tool-übergreifend digitale Transformation in der Bauindustrie. Ein Ausblick in die digitale Zukunft rundete die Stunde ab.

1. Digitale Einkaufsstrategien im Handwerk und in der Bauindustrie

Michél-Philipp Maruhn, CEO und Gründer von ROOBEO veranschaulichte in seiner Keynote „Digitale Einkaufsstrategien im Handwerk und in der Bauindustrie“, worauf es in den kommenden Jahren in der Bauindustrie ankommen wird. Seit nunmehr drei Jahren ist das junge Unternehmen ROOBEO auf digitale Einkaufsstrategien in der Bauindustrie fokussiert und konnte bereits ein beträchtliches Netzwerk aufbauen. Michél-Philipp Maruhn, geleitet von der Frage, wie der Markt funktioniert, hat mit seinem Team ein digitales Tool für den Datenaustausch entwickelt. Warum eine zentrale Schnittstelle für den Austausch von Daten in dieser Branche so wichtig sind, erklärte er in seinem Vortrag.

Digitale Transformation mit Hilfe einer zentralen Daten-Schnittstelle angehen

In der Bauindustrie gibt es zahlreiche Schnittstellen, die ineinanderlaufen und funktionieren müssen, um effizient und nachhaltig zu bauen. Auf der einen Seite stehen die Hersteller von Baumaterialien, Manufakturen, Händler und Onlineshops. Auf der anderen die großen und kleinen Handwerksbetriebe. Für einen reibungslosen Ablauf der Bauprojekte werden Produktstammdaten immer bedeutender. Das zeigt zum Beispiel die wachsende Nachfrage nach BIM-Systemen. Doch sind zahlreiche Unternehmen in der Bauindustrie noch nicht wirklich digitalisiert. Bei vielen ist die Dringlichkeit noch nicht angekommen ist und die Scheu vor der Datenerhebung noch groß. Die Bauindustrie hängt also in Sachen Digitalisierung so einigen Branchen hinterher. Was muss getan werden, um nachhaltig zu digitalisieren?

Der Kunde erwartet einen „Do-it-yourself-service“

Eines ist klar: Digitale Einkaufsstrategien und somit auch die digitale Transformation funktionieren nicht ohne Stammdaten. Und diese Stammdaten müssen erst einmal vom Handel und Hersteller vorgelegt werden. Stellen wir uns vor, dass die Stammdaten von beiden Seiten vorliegen und diese über Schnittstellen miteinander kommunizieren … dann wäre es möglich, all diese Daten an einer zentralen Schnittstelle zusammenlaufen zu lassen, sodass nur noch ein Produkt auf der Oberfläche zu sehen ist. Das Resultat: wesentlich effizientere und einfachere Prozesse, die weniger anfällig für Fehler sind. Generell lässt sich festhalten, dass digitale Schnittstellen Prozesse vereinfachen. Wer aus der Bauindustrie kommt, weiß aber nur zu gut, dass wir von dieser einen Schnittstelle noch ein gutes Stück entfernt sind. Doch die Veränderungen im Einkaufsverhalten deuten bereits stark darauf hin, dass immer mehr Unternehmen in den nächsten Jahren digitalisieren werden. Kleine Handwerksbetriebe kaufen heute bevorzugt digital ein. Der Endkunde spielt eine immer größer werdende Rolle in der Gestaltung von digitalen Einkaufsstrategien im B2B. Der Kunde ist heute mehr denn je derjenige, der den Ton angibt. Er erwartet einen „Do-it-yourself-service“, wie Michél-Philipp Maruhn es bezeichnet.

ROOBEO als Innovationstreiber bei der Digitalisierung in der Bauindustrie

ROOBEO hat sich zur Aufgabe gemacht, die B2B-Welt in der Bauindustrie zu digitalisieren. Dabei fokussiert sich das Unternehmen auf vier wesentliche Bereiche: Partnersuche, Stammdaten, Kundendaten und Logistik. Die Informationen aus diesen Bereichen könnten über eine zentrale Schnittstelle erreichbar sein, um in der B2B-Welt schneller voranzukommen. Diese eine Schnittstelle zu kreieren und damit ein digitales Netzwerk zwischen Handwerksbetrieben, Herstellern und Lieferanten zu schaffen, strebt das Unternehmen an. Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile. Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, datengetriebene Entscheidungen treffen zu können, welche nachweislich effizienter als emotionale Entscheidungen im B2B-Kontext sind. Daneben sparen alle Beteiligten enorm viel Zeit in der Bestellabgabe und -annahme. Das Einkaufen soll wieder mehr Spaß machen. Und das kann angeboten werden, wenn am Ende ein Produkt auf der Oberfläche erscheint, welches automatisiert alle wichtigen Komponenten vereint. Es mag zwar ein langer Weg zur digitalen Transformation sein, jedoch bringt es das mit sich, was sich der Kunde wünscht: einfache, individuelle und nachhaltige Einkaufsmöglichkeiten.

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2. Kostenexplosion durch fehlerhafte Projektplanung? Digitale Transformation jetzt richtig angehen und Wettbewerbsvorteil sichern

Dass die Digitalisierung, und weitergreifend die digitale Transformation, Unternehmensprozesse vereinfacht, darin sind sich die meisten einig. Doch wie sieht der Status quo in der Bauindustrie aus? Wie es um die Digitalisierung in der Bauindustrie steht, wurde anschließend in der Paneldiskussion mit Martin Urbanek von openHandwerk, Benedikt Fischer von Querfeld.Design, David Bachmaier von Triflex und Frank Stampa von FoxBase diskutiert. Der Titel: „Kostenexplosion durch fehlerhafte Projektplanung? Digitale Transformation jetzt richtig angehen und Wettbewerbsvorteil sichern.“ Eine bunte Mischung der Speaker brachte dabei unterschiedlichste Digitalisierungsansätze in die Diskussion, doch am Ende waren sich alle einig: Keine Künstliche Intelligenz kann das Persönliche und Individuelle eines Planers, Bauherren oder Vertrieblers gänzlich ersetzen.

Welche Digitalisierungsansätze Unternehmen in der Bauindustrie verfolgen

Doch beginnen wir mit der ersten Frage aus der Paneldiskusssion: „Was für Digitalisierungsansätze verfolgt euer Unternehmen?“, fragt Martin Urbanek. Keine simple Frage, wie die vorherigen Diskussionen beim Digital Forum der Industrie gezeigt haben. Aber eine, die von der ersten Stunde an immer wieder gestellt wurde. Für David Bachmaier beginnt die Digitalisierung bei der internen Wertschöpfungskette und erstreckt sich von dort aus in Richtung Markt. Damit meint er Kundenschnittstellen werden nach und nach digitalisiert, von der Marktbearbeitung zum digitalen Produkt bis hin zum Service. Es ist schwer abzugrenzen, wann welches digitale Tool sinnvoll ist. Es ist aber sicherlich ein guter Weg, mit den internen Prozessen anzufangen, bevor die Schnittstellen zum Kunden digitalisiert werden. In der Bauplanung findet die Digitalisierung vor allem in Form von Software-Tools zur Vereinfachung von Planungsprozessen statt. Aber auch die Kommunikation spielt hierbei eine wichtige Rolle, welche dank digitaler Softwares schneller und einfacher geworden ist.

Herasuforderung Digitalisierung

In der Paneldiskussion kristallisiert sich vor allem eine Frage heraus: Wie empfänglich ist die Bauindustrie überhaupt für die Digitalisierung? Immerhin handelt es sich hierbei um eine Branche, in der es so einige Herausforderungen zu meistern gilt. Angefangen bei der Kommunikation, denn an einem Projekt sind zahlreiche Unternehmen beteiligt, die untereinander Daten austauschen müssen. Ohne eine gemeinsame Schnittstelle kann dies oft zu Fehlern führen. Digitale Tools einzuführen scheitern hier jedoch bereits oft an den individuellen Beschaffenheiten und Kompatibilitäten der Beteiligten. Digitalisierung ist in der Bauwelt für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln. Ein weiteres Problem sind die Kosten. Digitalisierung zahlt sich oft erst sehr spät aus und kostet Zeit, was bedeutet, dass jemand in Vorleistung gehen muss. Dazu sind die meisten Bauherren nicht bereit. Doch es werden noch weitere Gründe zur Zurückhaltung genannt. Zu groß ist die Angst, dass das Individuum dabei auf der Strecke bleibt. Zu groß ist die Frage nach der Rechtssicherheit. Und zu wenig transparent sind Wettbewerb und Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Zurückhaltung trotz sichtbarer Chancen der digitalen Transformation

Die Vorteile der Digitalisierung sind aber nicht von der Hand zu weisen. Schnelle Kommunikation sowie der einfache Zugriff auf alle relevanten Informationen erleichtern die Arbeit enorm und beugen Fehler in der Beschaffung von Baumaterialien sowie Planung vor. Doch am Ende muss Digitalisierung mehrwertgetrieben sein, heißt es. Die Mehrwerte sehen wohl zu wenige. Aktuell seien Aufwand und Nutzen noch nicht ausgeglichen und das Know-how sowie die Infrastruktur fehlen noch zu oft. Die Akteure in der Bauindustrie sind sich zwar der Relevanz der Digitalisierung bewusst, warten aber dann doch lieber noch auf die nächste Generation von Entscheidern, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind. Zumindest erweckt diese Paneldiskussion den Eindruck danach. Warum so zögerlich, fragt Frank Stampa, wenn sich doch alle einig sind, dass digitale Systeme wie BIM sich durchsetzen werden? So richtig beantworten kann diese Frage keiner. Man geht davon aus, dass die nächste Generation das richten wird, also das mit der digitalen Transformation.

Digitalisierung wird in den nächsten Jahren einen PRIO-1-Thema in der Bauindustrie

Man muss nicht alles digitalisieren, was es zu digitalisieren gibt. Persönliche Kundengespräche sind wichtig und werden es auch bleiben. Software-Lösungen wie der Digital Product Selector von FoxBase verschaffen Zeit, die der Vertrieb in den Kunden investieren kann. Produktberatung ohne den Vertrieb ist möglich, aber kein Muss! Digitale Tools sind in erster Linie datengetriebene Unterstützung. Um sich der digitalen Transformation anzunähern, ist es wichtig, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um die vielen Schnittstellen zu klären und um fehlende Kostenplanung frühzeitig zu vermeiden. Und es ist wichtig, dass digitale Tools den Kunden abholen. Am Ende bleibt es eine Prozessgeschichte. Der Preis ist zweitrangig, der Mehrwert kommt über den Prozess. Digitale Kundenschnittstellen werden wachsen, aber das persönliche wird weiterhin einen hohen Stellenwert haben, so der Blick in die Zukunft. Künstliche Intelligenz wird die Bauindustrie noch um einiges umkrempeln, aber eine gewisse Seele und Emotion, die der Mensch in die Projekte bringt, wird bleiben.

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